Gedichte

Sterben, Tod, Geburt

Das Sterben ist ein Abend,
ein Herbst, ein Sonnenuntergang;
der Tod hingegen ist ein Morgen,
ein Neuerwachen, ein Gesang.

Sein Rufen ist erhebend
und Schönheit voller Weltenklang.
Was Tage lediglich dir borgen,
verwandelt Nacht zum Neuanfang. –

Nicht lassen kann ich es,
dir von meiner Zuneigung zu singen,
deren Wellen über mir zusammenschlagen
wie l'alto mare über einem Ertrinkenden.

Der Ozean, der mich überwältigt,
ist allerdings das Meer der Liebe,
in dem wir zu einem einzigen Glück
verschmolzen sind.

Der Geist im Körper gefangen –
Fliegt jemals frei Bewusstheit?
Im Schicksal die Seele verhangen –
Ist Täuschung nur die Freiheit?

Was ich will

Ich höre den Frühling draussen,
frisch, auf schneebedeckten Wiesen.
Er kommt zu mir als leises Rauschen,
als Sonnenschein und diesen

frühfrohen ersten Vogelstimmen.
Glitzertrunken ganz dort oben,
das Haupt zu dir erhoben,
werden wir das nächste Ziel erklimmen.

Der Tod

Schon dreimal hast du mich berührt,
doch dreimal bin ich dir entronnen.
Du bringst Magie, wenn nicht das Ende,
zum Grossen hin uns eine Wende.
Aus Wundersamem ist gesponnen,
was dir und deinem Reich gebührt.

Dein Schlag den dünnen Faden schafft,
an dem die grossen Dinge hängen.
Nur wer dich liebt, wird frei von Ängsten,
dem Abgrund nah, lebt er am längsten.
Durch Ohnmacht weisst du uns zu drängen,
bis Nichtsein wird zu purer Kraft.

Träumen

Ich sang dir vom Zauber,
von Vogelstimmen, von Bäumen
Büschen, von Augenblicken.

Von nah, von ferne flüstert‘ ich dir
Liebesworte durch endlose Nächte
direkt in dein Ohr, direkt in dein Herz.

Überall war ich, im Wind,
in den Sternen, in den Hauchen
des Tages, in der Stille der Nacht.

Doch als ich müde ward,
fand ich dich nirgends,
da schliefst du, wurdest nicht wach.

Da wurd‘ ich zum Zauber,
da nahm mich der Wind,
da waren die Bäume, die Büsche

und ich war ein Kind,
verloren in lieblichen Augenblicken,
im rufenden Zirpen der Vögel verhallt,

verflossen im Himmel, den Sternen,
erlöst im Flüstern der Nacht,
im Gesang jenes Zaubers verwunschen.

Die Liebe und die Einsamkeit

Die Liebe sucht innen
und alles, was sie dort findet,
verschenkt sie grosszügig nach aussen;
Die Einsamkeit sucht aussen
und alles, was sie dort erhaschen kann,
verschlingt ihr bodenloser Schlund

... und viele mehr...
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